Keramikimplantate in Bonn – metallfrei, zahnfarben, gut verträglich
Weiße Zahnimplantate aus Zirkoniumdioxid – geplant mit 3D-Röntgen, gesetzt von einer spezialisierten Implantologin
Medizinisch geprüft von Dr. med. dent. Lale Eimermacher, M.Sc.
Master of Science Implantologie · Stand: November 2026
Keramikimplantate sind künstliche Zahnwurzeln aus Zirkoniumdioxid, einer weißen Hochleistungskeramik. Sie sind metallfrei und zahnfarben – wenn sich das Zahnfleisch zurückzieht, schimmert kein dunkler Rand durch. Seit 2024 empfiehlt die erste S3-Leitlinie zu diesem Thema einteilige Keramikimplantate als bewährte Alternative zu Titan.1 In unserer Zahnarztpraxis Königsmund am Bonner Talweg planen wir jedes Keramikimplantat digital mit 3D-Röntgen und fertigen die Krone im praxiseigenen Meisterlabor. Patientinnen und Patienten kommen aus ganz Bonn, aus Bad Godesberg, Beuel, dem Rhein-Sieg-Kreis und dem Ahrtal zu uns.
95,1 %
der Keramikimplantate waren in einer Meta-Analyse (25 Studien, 4.017 Implantate) nach 10 Jahren noch in Funktion.2
S3-Leitlinie
18 Fachgesellschaften bewerten einteilige Keramikimplantate als „valides und einsatzreifes“ Verfahren.1
0 % Metall
Zirkoniumdioxid ist zahnfarben, leitet keinen Strom und korrodiert nicht.
seit 2005
Tätigkeitsschwerpunkt Implantologie, Master of Science Implantologie.
Was sind Keramikimplantate?
Ein Keramikimplantat ersetzt – genau wie ein Titanimplantat – die Wurzel eines verlorenen Zahns. Es wird in den Kieferknochen eingesetzt, verwächst dort fest mit dem Knochen und trägt anschließend eine Krone oder Brücke. Der Unterschied liegt im Material: Statt Titan wird Zirkoniumdioxid (kurz Zirkon oder Zirkonoxid) verwendet. Das ist die oxidierte, keramische Form des Elements Zirkonium. Sie hat keine metallischen Eigenschaften, ist weiß wie natürliches Zahnbein und extrem bruchfest: Die Biegefestigkeit moderner Implantatkeramik liegt bei 900 bis 1.200 Megapascal.3
Es gibt zwei Bauarten:
- Einteilige Keramikimplantate: Implantat und Aufbau bestehen aus einem Stück. Sie sind am besten untersucht und von der S3-Leitlinie als Alternative zu Titan empfohlen.1
- Zweiteilige Keramikimplantate: Implantat und Aufbau werden – wie bei Titan – getrennt eingesetzt und später verbunden. Das macht die Prothetik flexibler, die Langzeitdaten sind aber noch begrenzt. Hier ist laut Leitlinie eine besonders sorgfältige Aufklärung nötig.1
Welche Bauart für Sie infrage kommt, entscheiden wir gemeinsam anhand Ihres Befunds, der Lage der Lücke und der geplanten Versorgung. Grundlegendes zu Implantaten lesen Sie auf unserer Übersichtsseite Zahnimplantate in Bonn.
Vorteile von Keramikimplantaten
- Natürliche Ästhetik: Bei dünnem Zahnfleisch oder späterem Zahnfleischrückgang bleibt der Übergang weiß statt grau – besonders wichtig im sichtbaren Frontzahnbereich.
- Komplett metallfrei: Für Menschen, die bewusst auf Metall im Mund verzichten möchten oder bereits auf andere Metalle reagiert haben.
- Gute Gewebeverträglichkeit: Zirkoniumdioxid gilt als sehr biokompatibel. Das Zahnfleisch legt sich eng an die Keramik an.
- Keine elektrochemischen Reaktionen: Keramik leitet keinen Strom und korrodiert nicht – auch nicht in Kombination mit anderen Materialien im Mund. Das passt zu einem ganzheitlichen Behandlungskonzept.
- Vergleichbares Einwachsen: Laut S3-Leitlinie verhalten sich Keramik und Titan bei der Einheilung in den Knochen (Osseointegration) ähnlich.1
Nachteile und Grenzen – ehrlich erklärt
Keramikimplantate sind eine gute Option, aber nicht für jede Situation die beste. Damit Sie eine informierte Entscheidung treffen können, nennen wir auch die Einschränkungen:
- Kürzere Datenlage als Titan: Titan wird seit über 50 Jahren verwendet. Für Keramik gibt es gute Ergebnisse über rund zehn Jahre, die Langzeitstabilität darüber hinaus ist laut Leitlinie noch nicht abschließend beurteilt.1,2
- Geschützte Einheilung: Einteilige Implantate ragen von Anfang an durch das Zahnfleisch. In der Einheilphase müssen sie vor Kaudruck geschützt werden, etwa durch eine Schiene oder ein Provisorium.
- Weniger prothetische Varianten: Bei Titan gibt es mehr Aufbauteile und Winkel. Für komplexe Versorgungen wie All-on-4® setzen wir deshalb in der Regel Titan ein.
- Bruchrisiko: In der großen Meta-Analyse brachen 0,65 Prozent der Implantate – 25 der 26 Fälle betrafen allerdings ältere Systeme, die heute nicht mehr erhältlich sind.2 Die Frakturrate ist zwischen 2004 und 2020 von 3,4 auf 0,2 Prozent gesunken.3
- Kosten: Keramikimplantate sind meist etwas teurer als Titanimplantate (siehe unten).
Keramik oder Titan? Der Vergleich
| Keramikimplantat (Zirkoniumdioxid) | Titanimplantat | |
|---|---|---|
| Farbe | weiß, zahnähnlich | grau, kann bei dünnem Zahnfleisch durchschimmern |
| Metall | metallfrei | Titan bzw. Titanlegierung |
| Studienlage | gut belegt bis ca. 10 Jahre, 95,1 % Überlebensrate2 | über Jahrzehnte belegt, 96,4 % nach 10 Jahren4 |
| Bauart | meist einteilig, zweiteilig möglich | meist zweiteilig |
| Prothetische Möglichkeiten | Einzelzahn und kleine Brücken | vom Einzelzahn bis zur festen Komplettversorgung |
| Besonders geeignet | Frontzähne, dünnes Zahnfleisch, Wunsch nach Metallfreiheit | nahezu alle Situationen, auch mit Knochenaufbau |
| Kosten | meist etwas höher | Standard |
Unser Fazit aus der Praxis: Beide Materialien sind sicher und bewährt. Titan bleibt der vielseitige Standard, Keramik ist die ästhetische und metallfreie Alternative – vor allem für einzelne Zähne im sichtbaren Bereich.
Für wen eignen sich Keramikimplantate?
- Sie möchten einen einzelnen Frontzahn oder wenige Zähne ersetzen und legen großen Wert auf ein natürliches Erscheinungsbild.
- Sie haben dünnes Zahnfleisch oder neigen zu Zahnfleischrückgang.
- Sie wünschen sich eine vollständig metallfreie Versorgung.
- Sie vermuten eine Unverträglichkeit gegenüber Titan. Eine echte Titanallergie ist selten – in einer Studie mit 1.500 Implantatpatienten betraf sie 0,6 Prozent.5 Wer unsicher ist oder Metall grundsätzlich vermeiden möchte, ist mit Keramik dennoch gut versorgt.
Voraussetzung ist – wie bei jedem Implantat – ausreichend Kieferknochen und gesundes Zahnfleisch. Fehlt Knochen, ist häufig vorher ein Knochenaufbau nötig. Eine aktive Parodontitis behandeln wir zuerst.
